Probier’s doch mal mit Anerkennung!

Mein letzter Blogartikel „Sand im Beziehungsgetriebe? – Wie du neue Intimität schaffst“ 
begann damit, dass sich die Partner oft nicht wertgeschätzt fühlen.
Wertschätzung / Anerkennung ist das Thema meines heutigen Artikels.

„Männer brauchen mehr Anerkennung als Sex“

Ich konnte es kaum glauben, als ich diese These vor Jahren zum ersten mal hörte. Sie kam aus dem Mund meines (männlichen) Mentors, der sinnlichen Gelüsten durchaus nicht abgeneigt war.

Seither mache ich meine eigenen Erfahrungen mit dieser für mich damals neuen Erkenntnis. Je mehr Anerkennungen ich Mann gebe, desto leichter bekomme ich von ihm, was ich möchte. Selbst wenn ich nichts von jemand anderem möchte, Anerkennung zaubert den Menschen, inklusive mir selbst, ein Lächeln ins Gesicht. Geht es nicht besonders in diesen Zeiten darum unsere Energie zu erhöhen? Anerkennungen sind neben Dankbarkeit definitiv ein wunderbares Mittel dazu.

Wir nehmen so viel als selbstverständlich an. Ist es wirklich selbstverständlich, dass mein Partner Geld verdient, im Haushalt hilft, dass er kocht, das Auto instand hält und so vieles mehr, was wir einfach erwarten. Vermutlich weil wir so konditioniert wurden.

Jedoch geht es hier nicht nur um den Partner, es geht ebenso um dich selbst. Denn da fängt es an. Was ist für uns alles selbstverständlich (geworden)? Die vielen tausend Kleinigkeiten, die wir jeden Tag erledigen sind so normal, dass wir ihnen kaum Beachtung schenken.
Dazu kommt, dass viele so aufgewachsen sind wie ich, nach dem Motto „Nicht geschimpft ist genug gelobt“.
Du auch?

Gut gemacht!

Bei kleinen Kindern erkennt man noch jede Kleinigkeit an, die sie erreichen: das Brabbeln, wenn sie zu krabbeln beginnen, wenn sie zum ersten Mal aufstehen und versuchen Schritte zu machen. Wenn das erste Bild für Mama und Papa gemalt wurde, wird das Kind überschüttet, wie toll es geworden ist, obwohl das Erwachsenenauge lediglich Gekrakel sieht. Ja, da ist die Welt noch in Ordnung.

Die Wende beginnt ungefähr mit Schuleintritt. Da wird die Messlatte höher gelegt. Nun geht es um Leistung, ums richtig machen. Dann verlieren sich in der Regel die Anerkennungen für die „kleinen“ Dinge. Nun muss Kind sich anstrengen und wirklich Großartiges vollbringen um anerkannt zu werden.

Es ist also kein Wunder, dass wir Menschen nach Anerkennung lechzen, wenn wir so wenig erhalten bzw. so viel dafür tun müssen.

Anerkennung hat mit Liebe zu tun.

Alles beginnt mit dir selbst.
Wie häufig erkennst du dich selbst an und für was? Sind es nur die Sachen, die du als großartig erachtest, oder bemerkst du auch die alltäglichen Dinge?

Es ist Zeit zu erklären, was ich unter Anerkennung verstehe.
So, wie ich es lehre, geht es immer um etwas, was jemand getan hat, ohne Wertung.
Daraus ergibt sich, dass wir alles anerkennen können, was ist. Egal, ob wir es als gut/schlecht, richtig/falsch bezeichnen. Es geht nicht um Beurteilen, es geht um Beobachten und Wahrnehmen.

Die andere Person fühlt sich gesehen.

Wenn du anfängst mehr Anerkennungen zu geben, werden deine Beziehungen harmonischer und du bekommst schneller und leichter deine Wünsche von anderen erfüllt. Das betrifft das Private ebenso wie den geschäftlichen Bereich.

Deshalb übe ich Anerkennungen geben mit meinen Klienten sehr häufig. Vor allem in meinen Kommunikations-Workshops. Denn in der Regel braucht es einige Übung, da die wenigsten gewohnt sind, Anerkennungen auszusprechen und schon gar nicht für sich selbst.

Und so geht’s

  1. Eine Anerkennung sollte möglichst kurz und präzise sein.
  2. Es geht um etwas, was jemand getan hat.
  3. Denke daran: Du kannst alles anerkennen, ohne Bewertung.
  4. Berücksichtige auch, und besonders, die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten.
  5. Ganz wichtig: Es muss ehrlich sein!

Fang bei dir selbst an.

Hier sind meine:

  • Ich erkenne mich dafür an, dass ich heute meine Zähne geputzt habe.
  • Ich erkenne mich dafür an, dass ich mein Frühstück gemacht habe.
  • Ich erkenne mich dafür an, dass jetzt auf dem Balkon sitze und diesen Blogartikel schreibe.
  • Ich erkenne mich dafür an, dass ich es gestern nicht geschafft habe, den Artikel zu verfassen.

Mir fallen noch 100 andere Dinge ein, für die ich mich in diesem Augenblick anerkenne. Ich möchte jedoch den Rahmen hier nicht sprengen. Am Anfang war das überhaupt nicht so. In unseren Übungsrunden musste ich lange überlegen, wofür ich mich und die anderen denn anerkennen könnte. Ich war immer auf der Suche nach dem Besonderen. Heute weiss ich, dass das meine Konditionierung war.

Es erfordert Aufmerksamkeit: Aufgaben aufmerksam zu erledigen, andere aufmerksam zu beobachten, denn sonst weisst du ja gar nicht, was sie getan haben.

Hier noch ein paar Beispiele jemand anderen anzuerkennen:

  • Danke, dass du heute früh den Müll rausgetragen hast.
  • Ich erkenne dich dafür an, dass du heute pünktlich zu unserem Treffen gekommen bist.
  • Toll, dass du mir heute mein Auto gewaschen hast.
  • Ich sehe, du hast deine Hausaufgaben nicht gemacht.
  • Es funktioniert nicht, dass du unsere Vereinbarung (genau benennen welche) nicht eingehalten hast. Das hat jetzt diese Konsequenz…

Probiere doch einfach mal aus, was es mit dir macht, wenn du beginnst dich selbst anzuerkennen für all das was du den ganzen Tag über leistest. Und dann testest du das an deinen Mitmenschen. Vielleicht findet es der Eine oder die Andere am Anfang etwas befremdlich, weil sie es nicht gewohnt sind. Du wirst jedoch feststellen, dass wenn du dein Herz öffnest und mit offen Augen durch die Welt gehst, du an jeder Ecke Möglichkeiten siehst, die anerkennenswert sind.

Anerkennungen helfen an vielen Stellen

In der Partnerschaft
Bei der Kindererziehung
Bei der Arbeit
An der Ladenkasse
etc..

  • Sie heben deine eigene Energie an
  • Du kannst die Energie eines Teams damit shiften
  • Du bekommst schneller deine Wünsche vom Gegenüber erfüllt
  • Es ist auch schön, mit deinen Kindern ein Anerkennungsritual vor dem Schlafengehen zu machen

Anerkennungen sind der Schlüssel zu einem harmonischen und erfolgreichen Miteinander

Lass mich doch in den Kommentaren wissen, was sich bei dir geändert hat, nachdem du mehr Anerkennungen in deinem Umfeld anbringst.

Wenn du tiefer ins Thema tauchen möchtest, kontaktiere mich gerne.

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